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KNX-Hardware mit Loxone retten – So funktioniert die Integration in der Praxis

KNX im Haus verbaut, Elektriker nicht mehr weitergekommen? Wir setzen Loxone einfach on top und verwandeln Ihre bestehende KNX-Anlage in ein echtes, einfach bedienbares Smart Home. Zentrale App-Steuerung, Fernzugriff, smarte Funktionen – ohne teuren Komplettumbau. Echter Praxisbericht aus dem EFH.

# KNX-Hardware mit Loxone retten – So funktioniert die Integration in der Praxis

Wenn der Elektriker nicht mehr weiterkommt: Ein Praxisbericht, wie wir ein Einfamilienhaus mit verbauter KNX-Hardware und einem bereits vorhandenen Loxone Miniserver Gen 1 doch noch zum echten Smart Home gemacht haben.

Es ist ein Szenario, das wir in letzter Zeit leider immer häufiger sehen: Ein Bauherr entscheidet sich für ein neues Einfamilienhaus. Der Elektriker rät zu KNX – oft mit dem Argument: *"Das ist der Standard und locker 2.000 Euro günstiger als dieses Loxone."* In unserem aktuellen Fall hatte der Elektriker genau das getan. Er verbaute Dimmer, Relais, Sensoren, Taster und Bewegungsmelder von KNX. Die Visualisierung und übergeordnete Logik sollte dann ein Loxone Miniserver Gen 1 übernehmen. Er legte in der ETS-Software noch schnell die Gruppenadressen für die Heizung an, damit wenigstens die Raumregelung funktionierte – und dann? Dann war Schluss. Er kam nicht mehr weiter, das Projekt stockte und der Elektriker tauchte ab (wie wir später erfuhren, erging es 6 weiteren Bauherren ähnlich).

Hier kamen wir ins Spiel, um das Smart Home zu retten.

KNX vs. Loxone: Wie Nokia vs. Apple

Wenn man heute mit Bauherren in Neubaugebieten spricht, die KNX verbaut haben, fällt oft der Satz zur Kostenersparnis. Aber ganz ehrlich: Man kann KNX und Loxone heute absolut nicht mehr vergleichen. KNX heutzutage in einen Neubau zu planen, wenn man eigentlich ein vollumfängliches Smart Home möchte, ist wie der Versuch, ein altes Nokia-Handy mit einem modernen iPhone zu vergleichen. Absolut nicht mehr zeitgemäß. Loxone ist so viel mehr, als nur dumme Aktoren und Sensoren in eine Gruppenadresse zu ziehen. Die unzähligen Logikbausteine, Funktionen, Automatismen und Schnittstellen, die Loxone out-of-the-box mitbringt, sind schlichtweg brutal überlegen.

Wer einmal eine echte Loxone-Installation live erlebt hat, möchte genau dieses Erlebnis. Und so kommen meist diese problematischen KNX-Loxone-Zwitterverbindungen zustande.

Die bittere Realität der KNX-Loxone-Integration

Theoretisch lassen sich KNX und Loxone über den Miniserver Gen 1 (der noch eine native KNX/EIB-Schnittstelle besitzt), bzw. über die Loxone KNX Extension verbinden. In der Praxis bedeutet das aber vor allem eines: Maximaler Programmieraufwand und viele Kompromisse.

Am besten funktioniert es noch, wenn man KNX ausschließlich als dumme Hardware (Ein- und Ausgänge) betrachtet und die gesamte Logik in Loxone abbildet. Doch die Hürden sind enorm:

1. Alles muss doppelt programmiert werden

Jeder einzelne Wert, jeder Taster und jedes Relais muss in der ETS-Software als eigene Gruppenadresse angelegt und programmiert werden. Danach muss man in die Loxone Config wechseln und dort exakt diese Gruppenadressen wieder importieren und fehlerfrei anlegen. Ein gigantischer Zeitfresser.

2. Status-Eingänge und Loxone-Bausteine

Viele mächtige Loxone-Funktionsbausteine (z.B. die Lichtsteuerung) harmonieren nicht reibungslos mit den KNX-Bausteinen. Der Grund liegt oft in den separaten Status-Eingängen. Zusätzlich erwartet Loxone in Echtzeit saubere Rückmeldungen vom Aktor, was bei KNX oft durch Parametereinstellungen und Zeitverzögerungen in der ETS behindert wird. Das System läuft out-of-the-box oft nicht sauber miteinander.

3. Der KNX-Bus geht in die Knie (Beispiel: Zentral-Aus)

Ein absoluter Klassiker bei der Integration: Der Kunde drückt beim Verlassen des Hauses auf "Alles Aus". Wenn Loxone nun den Befehl über den KNX-Bus schickt und versucht, 50 Lichtkreise gleichzeitig über einzelne Gruppenadressen abzuschalten, geht der KNX-Bus schlichtweg in die Knie. Die Signale kommen nicht an, Lichter bleiben an.

Die Lösung? Man muss wieder zurück in die ETS, dort eine komplett eigene, dedizierte Gruppenadresse für "Zentral Licht Aus" anlegen und diese dann in Loxone triggern. Ein ständiges Hin und Her zwischen zwei völlig verschiedenen Programmierwelten.

Loxone KNX Programmierung
Loxone KNX Programmierung

Unser Fazit und Rat an Bauherren

Wir haben es geschafft. Das EFH des Kunden läuft jetzt stabil. Er kann sein Haus komplett und komfortabel über die Loxone App steuern, auch wenn aufgrund der KNX-Hardware-Limitierungen ein paar spezifische Loxone-Features (die mit Tree- oder Air-Hardware problemlos gingen) auf der Strecke blieben. Der Kunde ist glücklich – und das ist die Hauptsache.

Aber unsere klare Empfehlung für alle, die gerade bauen: Finger weg von einer reinen KNX-Installation, nur weil sie auf dem Papier im ersten Moment 1.000 Euro günstiger erscheint oder der Elektriker nichts anderes kennt. Eine gut geplante, reine Loxone-Installation ist unter dem Strich oft sogar günstiger und bietet 1000-mal mehr Möglichkeiten.

Du steckst in einer ähnlichen Situation?

Wenn du bereits KNX verbaut hast und unglücklich bist: Wir helfen dir! Oft macht es Sinn, die wichtigsten Kernfunktionen auf Loxone (Tree/Air) umzurüsten und den Rest der vorhandenen KNX-Hardware sauber als "dumme Slaves" in Loxone zu integrieren.

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